Lungenwurm

Symptome


Leistungsschwäche
Husten
Kurzatmigkeit

Behandlung


Standard-Entwurmungsprogramm nicht ausreichend, spezielle Präparate nötig!

Diagnose


Röntgen
Blutuntersuchung
Kotuntersuchung
Video links: Lungenwurm unter dem Mikroskop

Fallbericht

Lilly ist eine 11-jährige Hündin, die bei uns aufgrund von Kurzatmigkeit vorgestellt wurde. Bei den Spaziergängen mit ihrer Besitzerin zeigte sie eine normale Belastung und hustete nie. In der klinischen Untersuchung fiel eine erhöhte Atemfrequenz auf und man hörte mit dem Stethoskop minimal lautere Atemgeräusche.

Verbreitung

Angiostrongylus vasorum gehört zu den Lungenwürmern und kommt in unserer Region vor. Das tückische bei einem Befall ist es, dass die Symptome vielseitig aussehen können und der Parasit als Ursache oftmals nicht erkannt wird.
Zu den häufigsten Symptomen gehören eine veränderte Atmung (Atemnot, schweres Atmen oder auch nur eine erhöhte Atemfrequenz), Husten und Schwäche. Bei schwererem Verlauf kommt es sogar zu Blutungsstörungen; die Folgen dieser fallen Ihnen als Besitzer als Nasenbluten, eingeblutete Lederhaut (Auge), Gangstörungen bis hin zu epileptischen Anfällen auf.

Wie kommt der Wurm in den Hund?

Hunde nehmen den Wurm auf, in dem sie infizierte Schnecken (selten auch Frösche) fressen, die an Grashalmen sitzen. Dass der Hund diesen Zwischenwirt gefressen hat, bleibt für uns Menschen unbemerkt. Die Wurmlarve, die sich in den Schnecken befindet, wird in den Magendarmtrakt des Hundes abgeschluckt und gelangt dann im weiteren Verlauf nach einer Reise durch den Körper in die rechte Herzkammer und die Lungengefäße. Diese Eigenschaft führte auch zu dem Namen „Französischer Herzwurm“. In den Lungengefäßen kann sich der Parasit weiterentwickeln und vermehren. Die Larven werden von dem Hund in die Maulhöhle hochgehustet, abgeschluckt und gelangen somit wieder in den Magendarmtrakt und werden im Kot ausgeschieden.


Kommt der Wurm oft vor?

Wir erzählen Ihnen von Lilly, da wir leider auch immer wieder Patienten sehen, bei denen die Diagnose zu spät gestellt wird und eine Nichtbehandlung der Tiere sogar zum Tod führen kann. Auch ist eine möglichst frühe Erkennung der Erkrankung wichtig, um Spätfolgen, wie bleibende Lungenschäden, zu vermeiden.
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Diagnostik

Um die veränderte Atmung weiter zu untersuchen führten wir ein Röntgenbild der Lunge durch. Auch dort waren bereits Veränderungen zu sehen. Lungenveränderungen werden durch eine Vielzahl an möglichen Erkrankungen ausgelöst. Doch die Veränderungen, die wir auf Lillys Röntgenbildern sahen, waren unter anderem typisch für einen bestimmten Parasiten: Angiostrongylus vasorum. Ein Schnelltest auf diesen Parasiten, den wir direkt in unserer Praxis durchführen können, bestätigte unseren Verdacht binnen weniger Minuten. Und auch nachfolgende spezielle Kot- und Blutuntersuchungen ergaben das gleiche Ergebnis.

Behandlung und Prognose

Das herkömmliche Entwurmungsschema (alle 3 Monate) schützt leider nicht vor einer Infektion durch diesen speziellen Parasiten. Auch Lilly war ein Beispiel für diese Tatsache, da ihre Besitzerin sehr gewissenhaft dieses reguläre Entwurmungsschema durchgeführt hatte.
Nach der Diagnosestellung wurde Lillys Therapie direkt gestartet und wie spätere Kontrolluntersuchungen zeigten, auch erfolgreich behandelt.

Video über den Entwicklungszyklus

Unsere Ansprechpartnerin

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Ihr Ansprechpartner für Rückfragen speziell zu diesem Thema, oder zu Themen der Inneren Medizin im Allgemeinen:
Dr. Jennifer Kempf
(zertifizierte Spezialistin der Inneren Medizin - Diplomate ACVIM)
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