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Rohfütterung eine Alternative zur kommerziellen Fütterung?
Barf oder BARF ist eine Ernährungsmethode für carnivore (fleischfressende) Haustiere, die hauptsächlich beim Hund eingesetzt wird. Man orientiert sich an den Fressgewohnheiten der Wölfe und Wildhunde.
Diese Fütterungsmethode gewinnt auch hierzulande immer mehr Anhänger unter den Tierhaltern. So werden Fleisch und Knochen als Energie und Kalziumlieferanten eingesetzt, Gemüse, Kräuter und Obst für die Vitaminzufuhr. Alle Zutaten werden Roh verfüttert.
Der Begriff BARF oder Barf der aus den USA kommt, hieß ursprünglich „ Born Again Raw Feeders“ ( wiedergeborene Rohfütterer), welcher auch den ideologischen Aspekt dieser Bewegung verdeutlicht. Das Akronym BARF hat mit der Zeit einen Bedeutungswandel erfahren und wird nun mit „Bones And Raw Food“ ( Knochen und Rohfütterung) sowie im Deutschen mit „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ übersetzt.
Tatsächlich können Vierbeiner mit BARF vernünftig ernährt werden. Aber : einfach nur Fleisch, Knochen, Gemüse und Öle sowie einige Zutaten wie Kräuter, Honig, Hefe, Heilerde und Seealgenmehl zu verfüttern, reicht oft nicht aus um ein Tier ausgewogen zu ernähren. Wie eine noch laufende Studie der Veterinärmedizinischen Fakultät LMU –München zeigt, wiesen über die Hälfte aller getesteten Rohfutterrationen Mangel– und oder Überversorgung von einzelnen Nährstoffen auf.
Hier also ein paar Tipps zum Barfen:
- Hunde sind carni-omnivore Tiere die in freier Wildbahn das komplette Beutetier fressen würden. Dieses besteht aus Haut, Fell, Sehnen, Innereien, Muskelfleisch und Knochen sowie Pflanzenbestandteilen aus dem Magendarmtrakt. Diese Zellulose/ Rohfaser aus Pflanzenteilen ist wichtig für eine gesunde Verdauung, ohne diese kann es besonders bei Katzen zu Verstopfungen kommen. Also sollte nicht nur reines Muskelfleisch gefüttert werden.
- Die häufigsten Mängel sind die bei den Mengenelementen Kalzium, Magnesium, Kalium, Natrium, sowie bei den Spurenelementen wie Zink, Kupfer, Mangan, Eisen, Jod und auch gibt es Vitamin und Ballaststoffmängel.
- Die Fütterung von Knochen reicht nicht aus um den Bedarf z.B. an Kalzium zu decken. Daher macht es Sinn zerriebene Eierschalen oder Kalziumkarbonat ein zu setzten.
- Alle Fleischsorten können verfüttert werden außer Schweinefleisch, weil sich darin das Aujeszkysche Virus/ Pseudowut befinden kann. Dieses ist für Hunde tödlich.
- Knochen sollten niemals erhitzt verfüttert werden. Das Erhitzen ( Kochen, Braten, Grillen, in Mikrowelle erhitzen) denaturiert sämtliche Vitamine und Nährstoffe und ändert die Struktur so, dass sie zu einer schwer verdaulichen Knochenmasse werden. Dies kann zu Durchfall, Verstopfungen oder auch Verletzungen durch Knochensplitter führen. Also Knochen immer roh verfüttern.
- Die Leber ist ein guter Vitamin A Lieferant aber enthält sie auch sehr viel schwer verdauliche Glykogene, daher sollte man sie nur einmal wöchentlich füttern.
- Fisch ist reich an essentiellen Fettsäuren wie Omega 3/6 aber enthält es auch Thiaminasen. Dieser Stoff zerstört Vitamin B. Daher Fisch nicht täglich füttern.
- Vorsicht bei Heilkräutern, hier bitte die genauen Wirkungen beachten.
- Bei Eiern nur das Eigelb verfüttern (roh), da im Eiklar Avidin und Trypsinhemmstoffe enthalten sind. Diese können zu Biotinmangel und Verdauungsstörungen führen.
- Öle sollten kalt gepresst sein, gut geeignet sind Fischöl, Nachtkerzenöl, Hanföl, Leinöl, Olivenöl, Nussöl sie enthalten wichtige essentielle Fettsäuren und helfen die Vitamine aus der Nahrung aufzunehmen.
- Obst und Gemüse sollen roh aber püriert gefüttert werden dann können sie am besten verwertet werden. ( Niemals Zwiebeln oder Knoblauch füttern , sie enthalten den Stoff Allylpropyldisulfid welcher beim Hunden die roten Blutkörperchen angreift.)
- Getreide sind kein Muss beim Barfen. Viele Hunde haben Unverträglichkeiten auf bestimmte Getreide oder die darin enthaltenen Gluten ( Klebereiweiße) . Hafer hat kaum Gluten und ist daher oft gut verträglich.
Vorteile des Barfens
Natürlich, artgerecht, schmackhaft, abwechslungsreich: Die Verfütterung von vielen verschiedenen Futtermitteln erweckt beim Tierhalter den Eindruck, dass alle Nährstoffe abgedeckt sein müssten.
Keine Überraschungen: Der Tierbesitzer kennt sämtliche Bestandteile des Futters und kann es selbst zubereiten.
Mehr Beschäftigung: Durch längeres Kauen hat der Hund mehr Beschäftigung, wodurch auch die Zahnpflege unterstützt wird. Die Neubildung von Zahnstein kann so verzögert werden.
Lösung bei bestimmten Erkrankungen: Die Rationen kann bei bestimmten Erkrankungen (z.B. Futtermittelallergie mit Symptomen wie chronischer Juckreiz und /oder Durchfall) dem speziellen Bedarf entsprechend zusammengestellt werden.
Mögliche Risiken des Barfens
Folgende Nachteile sind aus tierärztlicher Sicht anzumerken:
- Die Übertragung von Krankheitserregern ( Bakterien wie z.B. Salmonellen, Escherichia coli, Yersinien, Campylobacter, Shigellen; Protozoen wie Toxoplasma gondii, Neospora canis, Sarkosporidien; Würmer wie Echinokokken, Trichinella spiralis und das Aujeszky –Virus, dies vor allen bei Fleisch aus Osteuropa.)
- Studien zeigen das 80% des verfütterten Fleisches mit Salmonellen belastet war. Keiner der Hunde erkrankte an Salmonellose aber 30 % der Tiere schieden Salmonellen über den Kot aus, was eine Gefahr besonders für Kinder, Schwangere und immunsupprimierte Menschen darstellt.
- Verstopfungen und auch Verletzungen durch Knochenfütterung ( z.B. Zahnfrakturen, Schleimhautverletzungen im Magendarmtrakt) sowie Schlundverstopfungen bei Röhrenknochen können auftreten. Zerbissene Knochensplitter können auch Verletzungen an der Magen- und Darmschleimhaut setzten oder zu schweren Kotabsatzproblemen bis hin zu Verstopfungen führen.
- Fütterungsfehler wie Nährstoffmangel oder – überversorgung bei falscher Rationszusammensetzung daher ist es gut sich vorher richtig zu informieren.
Wir stehen Ihnen gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung. Wer seine Barf- Ration genau berechen lassen möchte, findet Hilfe unter www.futtermedicus.de